Weltweit sind 10 bis 20 % der Bevölkerung von allergischer Rhinitis (Heuschnupfen, Hausstauballergie etc.) betroffen, mit zunehmender Tendenz. Bereits verbreitete Therapien sind medikamentöse Immuntherapien, wie die subkutane (SCIT) und die sublinguale (SLIT) Immuntherapie. Auf der Suche nach Alternativen aus der Komplementärmedizin prüften Liu et al. in ihrem Artikel aus dem Jahre 2013 die MORA®-Bioresonanzbehandlung für das Beschwerdebild der allergischen Rhinitis und beurteilten deren Handling, Sicherheit und Wirksamkeit.

Die Studie ist kontrolliert, randomisiert und doppelblind angelegt. Weder Probanden noch das behandelnde und die Daten auswertende Personal kannten die Zugehörigkeit zu der Behandlungsgruppe und der Kontrollgruppe (Placebogruppe). Die Probanden wurden zufällig (randomisiert) in eine Behandlungsgruppe mit 23 Probanden und eine Kontrollgruppe mit 13 Probanden aufgeteilt. Die Kontrollgruppe wurde für eine Zeit von 4 Wochen mit einem Placebo behandelt. Nach Ablauf dieser 4 Wochen wurde dann auch die Kontrollgruppe mit dem Verum behandelt.
Nach insgesamt acht Wochen wurde der Versuch beendet und beide Gruppen wurden erneut miteinander verglichen. Für die Studie hatten die Probanden mindestens einen Monat vor Studienbeginn ihre allergiehemmenden Kortikosteroide, soweit vorhanden, abgesetzt. Patienten, die zuvor eine Immuntherapie absolviert hatten, wurden nicht berücksichtigt. Während der zwei Wochen vor der Behandlung wurden von allen Probanden die Basisdaten wie Alter und Geschlecht, Dauer der allergischen Rhinitis und die eigentlichen Messparameter aufgenommen. Das waren die Intensität/ Häufigkeit des Nasenlaufens und ein zusammenfassender Index von Nasenlaufen, Niesen, nasalem Juckreiz und nasaler Verstopfung (TNSS). Als Voraussetzung für alle weiteren Schritte der statistischen Auswertung wurde die Gleichverteilung der Basisdaten in beiden, durch die Randomisierung ermittelten Gruppen, geprüft. Hätten hier schon vor Beginn der Behandlung Unterschiede vorgelegen, so wäre ein späterer statistischer Vergleich fehlerbehaftet.
Die Behandlung erfolgte über die orale Gabe von Zucker, der mit dem MORA®-Gerät bespielt worden war. Die Kontrolle bestand in nicht informiertem Zucker, der lediglich im MORA®-Gerät gestanden hatte, aber nicht bespielt worden war. Für die Behandlung dienten die in der Datenbank des MORA®-Gerätes hinterlegten elektronischen Informationen, die eine Auswahl geeigneter homöopathischer Mittel bei charakteristischen Symptomen der allergischen Rhinitis (Nasenlaufen, Niesen, nasalem Juckreiz und nasaler Verstopfung) darstellten. Hinzu kam ein Mix von Allergenen, jeweils in der Potenz D400, die für den Studienort (Taipei City) typisch waren, wie z.B. verschiedene allergene Nahrungsmittel, Milben und Tierschuppen.
Erhebung und Auswertung der Messparameter nach vier und acht Wochen
Vier Wochen nach der ersten Behandlung wurde die Befindlichkeit der Probanden anhand des Parameters Nasenlaufens und des TNSSScores erhoben. Dann wurden beide Gruppen, sowohl die behandelte als auch die ursprüngliche Kontrollgruppe mit dem Verum behandelt und nach weiteren vier Wochen, also insgesamt acht Wochen nach der ersten Behandlung, wurden alle Parameter erneut erhoben. In der Auswertung wurde sowohl innerhalb der jeweiligen Gruppe zu unterschiedlichen Zeitpunkten und zwischen den beiden Gruppen zu gleichen Zeitpunkten verglichen. Zusätzlich wurden noch zwei Laborparameter, der Der-p-spezifische IgE und der Der-p-spezifische IgG4 (beides Antikörper gegenüber Dermatophagoides pteronyssinus, Hausstaubmilbe) erfasst und wie bei den Befindlichkeitssymptomen innerhalb der Gruppen und zwischen den Gruppen verglichen.
Als statistisch signifikant galten p-Werte kleiner 0,05, wie sie in den meisten Untersuchungen dieser Art üblich sind. Es zeigte sich nun, dass nach vier Wochen die Behandlungsgruppe gegenüber der nicht behandelten Kontrollgruppe eine statistisch signifikant reduzierte Symptomatik des Nasenlaufens aufwies. Dieser Unterschied blieb auch nach 8 Wochen bestehen, obwohl ferner auch die Kontrollgruppe nach 4 Wochen eine erstmalige Behandlung erfahren hatte. Außerdem zeigte sich im TNSS-Index in der Behandlungsgruppe ein statistischer Unterschied zwischen dem Messpunkt nach vier Wochen und jenem nach acht Wochen. Die Werte hatten sich dabei innerhalb der Gruppe über die Zeit deutlich verbessert. Etwas geringere, aber dennoch signifikante Verbesserungen beim TNSS gab es auch in der Kontrollgruppe, die lediglich eine Behandlung nach vier Wochen erfahren hatte, zwischen der 4. und der 8. Woche.
Signifikante Änderungen im Antikörperspiegel
Bei der Aufnahme der Basisdaten der Probanden zu Beginn der Studie zeigte sich über entsprechende Antikörpertests, dass 43 von 46 ursprünglich einbezogenen Probanden unter einer Allergie gegen Hausstaubmilben litten. Nach vier Wochen waren noch keine signifikanten Änderungen bei den entsprechenden Antikörpern (Der-p-spezifische IgE, Der-pspezifische IgG4) nachweisbar, nach acht Wochen hingegen schon. Die einmalige Behandlung der Kontrollgruppe nach vier Wochen reichte nicht für signifikante Änderungen im entsprechenden Antikörperspiegel innerhalb der Kontrollgruppe aus. Für den Vergleich zwischen der Behandlungsgruppe und der Kontrollgruppe ergibt sich allerdings nach acht Wochen, trotz der nach vier Wochen erfolgten einmaligen Behandlung der Kontrollgruppe, ein statistisch signifikanter Unterschied bezüglich des Der-g-spezifischen IgG4. Ohne diese nachgeschaltete Behandlung der Kontrollgruppe sollte der Unterschied noch deutlicher ausfallen.
Bioresonanzbehandlung – zuverlässige und wirksame Methode zur Behandlung der allergischen Rhinitis
IgG4 scheint andere symptomauslösende Immunreaktionen beim Patienten, wie die IgE vermittelte Immunreaktion und die Histaminausschüttung zu blockieren und würde damit die Allergiesymptomatik beim Patienten lindern. Vergleicht man die Ergebnisse der MORA®-Studie mit anderen Studien zur medikamentösen, sublingualen Immuntherapie (SLIT) bei der Hausstauballergie, so ergeben sich ähnliche Resultate. Eine Studie berichtet von einem Anstieg des IgG4 in der SLIT nach einem Zeitraum von 18 Monaten. Über die Bioresonanzbehandlung, das konnte in der Studie von Liu et al. gezeigt werden, ergeben sich schon nach 8 Wochen nachweislich signifikante Erhöhungen von IgG4. Während bei der SLIT leichte Nebenwirkungen im Mundbereich und dem Gastrointestinaltrakt beobachtet worden sind, so zeigen sich über die Bioresonanzbehandlung keine Nebenwirkungen. Nach Einschätzung von Liu et al. ist die MORA®-Bioresonanzbehandlung mittels elektronischer Kopien homöopathischer Mittel, nach einigen Optimierungen, was die Dauer und die Dosis der Anwendung betrifft, eine zuverlässige und wirksame Methode zur Behandlung der allergischen Rhinitis.
Ein Bericht von Dr. Jens Tesmer